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Regeln für Nordamerikanische Hölzer


NHLA RULES


National Hardwood Lumber Association

Die Sortierregeln wurden vor über 100 Jahren von der amerikanischen Holzindustrie entwickelt und sind inzwischen national und international anerkannt. Sie gelten weltweit als das führende Standardwerk für die Sortierung von Laubholz.

Bei der Vermessung und der Sortierung von nordamerikanischem Laubschnittholz kommt es leider immer wieder zu Mißverständnissen falls ein europäischer Kunde direkt ordert ohne die NHLA Rules genau interpretiert zu haben und in dessen Unkenntnis die Ware bestellt. Ein Grundverständnis über die NHLA Rules ist unverzichtbar wenn nordamerikanische Hölzer gekauft und verarbeitet werden. Die nachfolgenden Anmerkungen sind als Hilfe für den Holzeinkäufer gedacht und erheben nicht den Anspruch auf Vollständigkeit.

Die Schnittware wird so bewertet wie sie der Grader vorfindet, also in der vollen Länge, Breite und Stärke. Nicht beurteilt werden Fehler die nach der Bearbeitung der Oberfläche des Brettes verschwinden. (Rinde, Schnabelhiebe von Vögel, etc.)

Zur Zeit werden 8 verschiedenen Standardgrades zu Grunde gelegt, die teilweise - je nach Holzart - unterschiedlich ausgelegt werden. Nachfolgend finden Sie die im Import gebräuchlichsten Qualitätsstufen:

First                 FIRST & SECONDS werden als FAS zusammengefaßt
Seconds

Selects             SELECTS & No. 1 Common werden meist zusammen ausgeliefert

FAS 1 Face (F1F)
No. 1 Common
No. 2 Common
Prime*             Exportsortierung
Comsel*           Exportsortierung
80/20*
4 sides clear*
1 sides clear*

     
FAS ist die höchste Qualitätsstufe und No. 3 Common die dementsprechend niedrigste Qualität. Zusätzlich gibt es noch eine ganze Reihe von Sondersortierungen deren Inhalt bei jeder Bestellung extra schriftlich aufgeführt sein sollte. Hierzu zählen z.B. 4-seitig fehlerfreie Ware, Prime oder eine bestimmte Farbanforderung wie z.B. No. 1 & 2 white bei HARD MAPLE (Splintsortierung => auch "white 1 face" oder "sap 1 face" genannt).

Bei der Qualitätsbestimmung spielt die Stärke der Brettware eine untergeordnete Rolle, da nur die beiden Breitseiten über die Güte entscheidend sind, wobei immer von der minderen Seite aus die Qualität eines Brettes bestimmt wird. Denn die Ausnutzung des Brettes wird durch seine minderen Merkmale bestimmt. Also wird die Qualität von der so genannten POOR FACE bestimmt. Die einzige Ausnahme bildet die SELECT Sortierung (Bild 3). Hier wird von der GOOD FACE Seite ausgegangen. Ein Brett mit SELECT Qualität ist von der besseren Seite als Qualität FAS selektiert worden und erreicht auf der schlechteren Seite mindestens den No. 1 Common Grade. Diese Ausnahme wurde gemacht um beispielsweise der Fußbodenindustrie gerecht zu werden, da im Massivholzfußbodenbereich eine einseitig saubere Qualität ausreicht.

Ein weiteres wesentliches Merkmal der NHLA Rules ist die ausschließliche Beurteilung eines Brettes nach der gesamten materiellen (mathematisch: Stücke x Länge x Breite) Ausbeute “CUTTING METHOD”. Ein Brett entspricht auch dann noch der FAS Qualität wenn in der Mitte ein schwarzer Ast mit einem Durchmesser von 4” sitzt, da dennoch von diesem Brett zwei saubere Abschnitte (clear cuttings) gewonnen werden können. Der Ast beeinflußt die 97%ige Mindestausnutzung (Cutting Units) bei der FAS Anforderung nicht. (Bild 1) Die durchschnittlich addierte Astgröße (Bild 5) sollte nicht mehr als 1/3 (Breite x Länge in SM) der Oberfläche betragen, wobei die Äste in inch und die Oberfläche in feet gemessen werden. Die Anzahl der Äste spielt hierbei keine Rolle. Z.B. ist auch - auf Grund der Holzart bedingt - Splint, kein Fehler.

Prime und Comsel sind Qualitäten die speziell für den Export entwickelt wurden. Hier gibt es eine weite Interpretationsspanne. Wichtig hierbei ist, dass sich Lieferant und Käufer über die geforderte Qualität einig sind.


ERLÄUTERUNGEN:

CLEAR CUTTING: Ein sauberer Abschnitt eines Brettes. Erzeugt als rechtwinkliger oder Parallelschnitt zur Längsseite des Brettes. Schrägschnitte oder diagonale Schnitte sind nicht erlaubt.

CUTTING UNITS: Ein Brett besteht aus mehreren sauberen Abschnitten. - Breite in inch x Länge in feet = Anzahl der Units

ASTGRÖSSE: (Bild 5) ausschlaggebend ist die durchschnittlich addierte Astgröße aller vorhandenen Äste = Länge x Breite / 2 x Anzahl

GRADING:   Folgende Reihenfolge wird angewandt:

   1.      Bestimmung der mathematischen / materiellen Ausbeute
   2.      Bestimmung der schlechteren Breitseite des Brettes
   3.      Die Anzahl der CLEAR CUTTINGS festlegen
   4.      Festlegen der Qualitätsstufe
   5.      Beurteilung der Fehler auf der Rückseite der CLEAR CUTTINGS
   6.      Bestimmung der Stärke
   7.      Toleranzbestimmung der Stärke innerhalb des gesamten Brettes

SM: Surface measure => Breite (inch) x Länge (feet) / 12 = square feet

TOLERANZEN: Breite => 90% soll die angegebene Mindestbreite halten. 10% dürfen bis 14” Untermaß haben.

TECHNISCHE TROCKNUNG >KD<: Trockenrisse und Verwerfungen sind keine Fehler. Alle Qualitäten dürfen 14” in der Breite als Untermaß aufweisen. Zusätzlich dürfen weitere 10% 12” Untermaß aufweisen.

FAS/FAS 1 FACE: Einseitig mindestens FAS und besser.

COMSEL: FAS Sondersortierung für den Export => schmaler und kürzer als die Rules erlauben.

* SONDERSORTIERUNGEN: werden zwischen Lieferant und Kunden festgelegt und sollten schriftlich im Contract fixiert werden.

Radialschnitt  /  Spiegelschnitt  /  Riftschnitt
Der Radial- oder Spiegelschnitt geht längs durch die Mitte des Stammes. Die Jahresringe erscheinen als annähernd parallele Streifen. Die längs angeschnittenen Markstrahlen erscheinen als glänzenden Spiegel. Hell und oft glänzend sind die Markstrahlen - besonders bei Eiche deutlich erkennbar. Im Radialschnitt gesägte Bretter liegt der Winkel zwischen Jahresringen und Brettseiten zwischen 60° und 90°. Rifts besitzen eine größere Stabilität als Seitenbretter.

Tangentialschnitt  /  Fladerschnitt
Längsschnitt parallel zur Stammachse und senkrecht zu den Jahresringen. Im Flader- oder Tangentialschnitt erzeugte Bretter mit vorwiegend liegenden Jahresringen werden auch Seitenware oder Seiten genannt. Seitenbretter besitzen eine geringere Oberflächenhärte, ein größeres Schwindmaß und daher ein schlechteres Stehvermögen als im Radialschnitt hergestellte Riftbretter. Die Jahrringe erscheinen in bogen- und wellenförmigen Linien. Größere Markstrahlen, die rechtwinklig durchschnitten werden, treten als spindelförmige dunkle Striche auf (hauptsächlich Eiche und Buche).